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Leben mit einem epileptischen Hund

Ein Hund mit Epilepsie kann gut leben, wenn er seine Medikamente jeden Tag zur gleichen Zeit bekommt, die empfohlenen Kontrollen wahrgenommen werden und es einen klaren Plan für Anfälle zu Hause gibt. Die Behandlung dauert meist ein Leben lang. Ihr realistisches Ziel ist, dass die Anfälle selten und milder werden, bei möglichst geringen Nebenwirkungen.

Wie sieht der Alltag mit einem epileptischen Hund aus?

Für die meisten Hunde geht das Leben fast normal weiter: Spaziergänge, Spielen, Familie. Was sich ändert, ist die Routine. Das Medikament wird zu festen Zeiten gegeben, Anfälle werden notiert, und in festgelegten Abständen stehen Kontrollen und Blutuntersuchungen an.

Die europäische Therapieleitlinie (IVETF 2015) sagt offen, dass eine vollständige Anfallsfreiheit beim Hund oft nicht erreichbar ist. Realistische Ziele sind weniger Anfälle, kürzere und mildere Anfälle und seltenere Anfallsserien, bei vertretbaren Nebenwirkungen. Wer das von Anfang an weiß, kann besser einschätzen, wie gut die Behandlung wirkt.

Was gehört ins Anfallstagebuch?

Notieren Sie jede Episode, auch wenn sie Ihnen klein vorkommt. Das Tagebuch ist das wichtigste Hilfsmittel, mit dem der Tierarzt entscheidet, ob die Therapie wirkt oder angepasst werden muss. Schreiben Sie zu jedem Anfall auf:

  • Datum und Uhrzeit des Beginns;
  • wie lange der eigentliche Anfall gedauert hat, gestoppt und nicht geschätzt;
  • was der Hund vorher gemacht hat (geschlafen, gespielt, war unruhig) und ob Ihnen in den Stunden davor etwas Ungewöhnliches aufgefallen ist;
  • wie der Anfall aussah: ganzer Körper oder nur eine Seite, Paddelbewegungen, Kaubewegungen, Speicheln, ob Urin oder Kot abgegangen ist, ob er auf seinen Namen reagiert hat;
  • wie lange es gedauert hat, bis er wieder ganz der Alte war (Verwirrtheit, unsicherer Gang, Hunger, Durst, Schlaf);
  • ob es ein einzelner Anfall war oder mehrere am selben Tag;
  • jede verspätete, vergessene oder erbrochene Dosis in den Tagen davor, außerdem Futterwechsel oder neue Medikamente.

Bringen Sie das Tagebuch zu jeder Kontrolle mit, auch für die Monate ganz ohne Anfall. Filmen Sie die Episoden, wenn das gefahrlos möglich ist. Ein kurzes Video sagt oft mehr als eine lange Beschreibung. Vorgeschichte und Videos können Sie schon vor dem Termin per E-Mail an helga@demed.ro schicken.

Wie genau muss die Uhrzeit der Medikamentengabe eingehalten werden?

So genau wie möglich. Die regelmäßige Gabe gehört zu den Punkten, die die IVETF-Leitlinie ausdrücklich von den Tierhaltern verlangt, denn der Medikamentenspiegel im Blut soll konstant bleiben. Verknüpfen Sie die Gabe mit einer täglichen Gewohnheit (dem Morgenkaffee, der Essenszeit) und stellen Sie einen Wecker im Handy. Eine Tablettenbox mit Tagesfächern zeigt Ihnen sofort, ob die Dosis schon gegeben wurde.

Ich habe eine Dosis vergessen. Was tun?

Geben Sie die vergessene Dosis, sobald es Ihnen einfällt. Ein plötzliches oder gelegentliches Aussetzen der Therapie gehört zu den häufigsten Auslösern von Anfällen. Fällt es Ihnen erst kurz vor der nächsten Gabe ein, rufen Sie den Tierarzt an, bevor Sie zwei Dosen kurz hintereinander geben. Tragen Sie die Verspätung ins Tagebuch ein.

Mein Hund hat nach der Tablette erbrochen. Was tun?

Hat er innerhalb einer Stunde nach der Gabe erbrochen, geben Sie die Dosis noch einmal und informieren Sie den Tierarzt, damit er die Ursache des Erbrechens klärt. Die IVETF-Leitlinie weist darauf hin, dass Erbrechen und Durchfall die Aufnahme des Medikaments verringern können. Wiederholte Episoden sollten Sie deshalb mit dem Tierarzt besprechen und nicht einfach hinnehmen.

Darf ich die Therapie absetzen, wenn er keine Anfälle mehr hat?

Setzen Sie sie nie plötzlich und nie auf eigene Faust ab. Ein abruptes Absetzen des Antiepileptikums kann Anfallsserien oder einen Status epilepticus (einen Anfall, der nicht aufhört) auslösen. Hat ein Hund lange keine Anfälle mehr, empfiehlt die IVETF-Leitlinie, eine mögliche Reduktion frühestens nach 1-2 anfallsfreien Jahren zu besprechen, sie schrittweise über mehrere Monate vorzunehmen und nur auf tierärztliche Anweisung. Selbst dann können die Anfälle zurückkehren.

Welche Medikamente werden bei Epilepsie beim Hund eingesetzt?

Wirkstoffe, die Tierärzte in Europa häufig einsetzen, sind Phenobarbital, Imepitoin, Kaliumbromid, Levetiracetam und Zonisamid, allein oder in Kombination. Medikament und Dosis legt der Tierarzt fest, abhängig von der Art der Anfälle, ihrer Häufigkeit, den Blutwerten des Hundes und seinen übrigen Erkrankungen. Es gibt kein Medikament, das für alle Hunde passt, und die Dosis wird im Lauf der Zeit angepasst.

Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen, und welche sollte ich melden?

In den ersten Wochen der Therapie oder nach einer Dosiserhöhung sind viele Hunde müder, laufen unsicherer, fressen mehr, trinken mehr und setzen mehr Urin ab. Laut den Leitlinien von IVETF und ACVIM lassen diese Effekte meist innerhalb weniger Wochen nach, sobald sich der Körper daran gewöhnt hat.

Gesteigerter Appetit ist die häufigste Nebenwirkung auf Dauer. Er ist an sich kein Problem, führt aber leicht zu zusätzlichen Kilos.

Melden Sie sich beim Tierarzt, wenn:

  • die Müdigkeit oder der unsichere Gang nach den ersten Wochen nicht besser oder sogar schlimmer wird;
  • der Hund nicht mehr frisst, wiederholt erbricht oder Durchfall hat;
  • Sie eine Gelbfärbung der Augen oder des Zahnfleischs, Blutergüsse, Blutungen oder eine ungewöhnliche Schwäche bemerken;
  • Verhaltensänderungen, Unruhe oder Aufregung auftreten, die nicht vorübergehen;
  • das Gewicht von Monat zu Monat sichtbar steigt.

Warum sind regelmäßige Blutuntersuchungen nötig?

Weil sie zweierlei zeigen: ob das Medikament im richtigen Spiegel im Blut ist und ob Leber und andere Organe es vertragen. Die Leitlinien empfehlen Blutuntersuchungen vor Therapiebeginn und danach in regelmäßigen Abständen, zum Beispiel etwa 2 Wochen nach dem Start oder nach einer Dosisänderung, dann nach 3 Monaten und bei manchen Medikamenten anschließend alle 6 Monate. Den genauen Zeitplan bestimmt der Tierarzt, je nach gewähltem Medikament. Die regelmäßige neurologische Kontrolle ist der richtige Moment, um Tagebuch und Ergebnisse durchzugehen. Was sie kostet, finden Sie auf der Seite mit den Preisen.

Kommen Ihnen diese Anzeichen bekannt vor?

Eine neurologische Untersuchung zeigt, woher das Problem kommt und was zu tun ist.

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Was frisst ein epileptischer Hund, und wie halte ich sein Gewicht?

Bleiben Sie beim gleichen Futter und stellen Sie es nur schrittweise um, nachdem Sie mit dem Tierarzt gesprochen haben. Die IVETF-Leitlinie erklärt, dass die Ernährung, etwa der Salzgehalt, den Blutspiegel mancher Medikamente verändern kann. Bei Kaliumbromid erfolgt ein Futterwechsel über mindestens 5 Tage, mit anschließender Blutkontrolle.

Zum Gewicht: Wiegen Sie Ihren Hund monatlich, messen Sie die Portionen ab und rechnen Sie Leckerli in die Tagesration ein. Übergewicht bringt eigene gesundheitliche Probleme mit sich, und manche Dosen werden nach dem Körpergewicht berechnet. Wenn Sie sich für eine spezielle Epilepsiediät interessieren, fragen Sie Ihren Tierarzt. Der ACVIM-Konsens beschreibt eine Studie, in der eine Diät mit mittelkettigen Triglyceriden die Anfallshäufigkeit bei 21 Hunden gesenkt hat. Diäten ersetzen die Therapie aber nicht.

Darf sich ein epileptischer Hund bewegen?

Ja. Tägliche Spaziergänge und normales Spielen helfen, Gewicht und Ausgeglichenheit des Hundes zu erhalten. Vorsicht ist dort geboten, wo ein Anfall gefährlich wäre: Schwimmen nur unter aufmerksamer Aufsicht, und Balkone, steile Treppen und hohe Kanten sollte er ohne Sie meiden. Die Leitlinien nennen Stürze, Verletzungen und Ersticken im Zusammenhang mit Anfällen unter den Risiken, die man im Blick behalten muss.

Wie reise ich mit ihm oder lasse ihn in fremder Obhut?

Bereiten Sie alles schriftlich vor. Die IVETF-Leitlinie nennt Reisen, die Unterbringung in einer Hundepension und das Alleinlassen ausdrücklich unter den Themen, die Tierhalter mit dem Tierarzt besprechen sollten.

  • Nehmen Sie Medikamente für die gesamte Zeit mit, plus ein paar Tage Reserve, in der Originalverpackung.
  • Geben Sie der Betreuungsperson die genauen Uhrzeiten der Gaben, das Tagebuch und die Anweisungen für den Fall eines Anfalls.
  • Notieren Sie die Telefonnummer Ihres Tierarztes und die Adresse der nächstgelegenen Tierklinik mit Notdienst am Reiseziel.
  • Halten Sie die Uhrzeiten der Gaben auch bei einer Zeitumstellung ein; fragen Sie den Tierarzt, wie Sie sie schrittweise verschieben.

Was ist der Plan für Anfälle zu Hause?

Eine schriftliche Absprache mit dem Tierarzt darüber, was Sie bei einem Anfall tun: wie Sie ihn erkennen, ob und wann Sie das für zu Hause verordnete Notfallmedikament geben und wann Sie sofort in die Klinik fahren. Die IVETF-Leitlinie empfiehlt, dass Tierhalter auf Anfallsserien und auf die Gabe eines zusätzlichen Medikaments zu Hause vorbereitet sind. Medikament, Dosis und Art der Gabe legt der Tierarzt für Ihren Hund fest.

Was Sie während eines Anfalls Schritt für Schritt tun, lesen Sie im Artikel Was tun während eines Anfalls.

Welche Lebensqualität kann ein epileptischer Hund haben?

Viele Hunde leben noch viele Jahre mit seltenen Anfällen und verhalten sich zwischen den Anfällen wie jeder andere Hund. Der ACVIM-Konsens betont, dass der Therapieerfolg an der Anfallskontrolle und an der Lebensqualität von Hund und Familie gemessen wird, einschließlich des täglichen Aufwands, der Kosten und der Sorgen. Erzählen Sie dem Tierarzt auch, was Sie selbst belastet, nicht nur, was der Hund macht. Eine Therapie, die Sie zu Hause nicht umsetzen können, muss angepasst werden, nicht verschwiegen.

Scheint die Therapie nicht mehr zu wirken, kann die Ursache eine Dosis sein, die nicht mehr ausreicht, eine häufig vergessene Gabe oder eine Form der Epilepsie, die ein anderes Vorgehen erfordert. In einer Epilepsie-Sprechstunde werden Diagnose, Tagebuch und Blutwerte neu bewertet.

Kommen Ihnen diese Anzeichen bekannt vor?

Eine neurologische Untersuchung zeigt, woher das Problem kommt und was zu tun ist.

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Wann stellt sich die Frage der Euthanasie?

Epilepsie an sich ist kein Grund für eine Euthanasie. Meist ist sie eine Krankheit, die lebenslang behandelt werden muss, ohne die Lebensqualität des Hundes stark einzuschränken. Studien zeigen: Wenn das Leben epileptischer Hunde verkürzt ist, liegt das vor allem an einer Euthanasie wegen Anfällen, die sich nicht kontrollieren lassen.

Wenn Sie anfangen, über diese Entscheidung nachzudenken, treffen Sie sie nicht allein und nicht am Tag eines schweren Anfalls. Es ist eine informierte Entscheidung, die Sie gemeinsam mit dem Tierarzt treffen. Er kann Ihnen helfen, ehrlich einzuschätzen, wie gut der Hund lebt, welche Behandlungsmöglichkeiten es noch gibt und was für ihn und für die Familie richtig ist.

Einen Überblick über die Erkrankung gibt Ihnen der Ratgeber zur Epilepsie beim Hund.

Häufige Fragen

Kann ein epileptischer Hund allein zu Hause bleiben?

In den meisten Fällen ja, vor allem wenn die Anfälle selten und gut kontrolliert sind. Hat er Anfallsserien oder lange Anfälle, besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, wie lange er unbeaufsichtigt bleiben kann und wie Sie einen Bereich ohne Treppen, Pool oder Gegenstände einrichten, an denen er sich verletzen könnte.

Darf ich die Dosis selbst ändern, wenn er einen Anfall hat?

Nein. Jede Änderung der Dosis erfolgt nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt. Tragen Sie den Anfall ins Anfallstagebuch ein und informieren Sie den Tierarzt. Er entscheidet, ob eine Anpassung oder eine Blutuntersuchung nötig ist.

Darf ein epileptischer Hund geimpft und entwurmt werden?

Besprechen Sie den Impf- und Entwurmungsplan mit dem Tierarzt, der die Epilepsie behandelt. Sagen Sie jedem Tierarzt, der impft oder andere Medikamente verschreibt, welche antiepileptische Therapie Ihr Hund bekommt, denn manche Medikamente beeinflussen sich gegenseitig.

Lebt ein epileptischer Hund kürzer?

Das hängt vor allem davon ab, wie gut die Anfälle kontrolliert sind. Studien zeigen, dass ein verkürztes Leben hauptsächlich auf unkontrollierte Anfälle, Anfallsserien und den Status epilepticus zurückgeht, nicht auf die Diagnose an sich.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung.

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  • SprachenRumänisch, Ungarisch, Deutsch, Englisch

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