DE
Termin

Startseite / Artikel / Die Arten epileptischer Anfälle bei Hund und Katze

Die Arten epileptischer Anfälle bei Hund und Katze

Epileptische Anfälle werden in drei große Gruppen eingeteilt: fokale Anfälle (sie beginnen in einem Bereich des Gehirns und betreffen einen Teil des Körpers), fokale Anfälle, die sich auf den ganzen Körper ausbreiten, und generalisierte Anfälle (sie erfassen von Anfang an beide Hirnhälften). Beim Hund am häufigsten ist der fokale Anfall, der generalisiert. Unabhängig von der Art sind zwei Situationen Notfälle: Anfallsserien und der Status epilepticus.

Welche Arten epileptischer Anfälle gibt es?

Nach der Klassifikation der internationalen Expertengruppe IVETF, die heute in der Tierneurologie verwendet wird, gibt es drei Arten von Anfällen, je nachdem, wo im Gehirn sie beginnen und wie weit sie sich ausbreiten:

  • fokale Anfälle, die in einem Bereich einer Großhirnhälfte beginnen;
  • fokale Anfälle mit Übergang in einen generalisierten Anfall, die fokal beginnen und sich dann auf beide Hirnhälften ausbreiten;
  • generalisierte Anfälle, die von Anfang an beide Hirnhälften erfassen.

Vielleicht sind Ihnen auch die älteren Begriffe „einfach-partieller Anfall“ und „komplex-partieller Anfall“ begegnet. Die aktuellen Leitlinien raten davon ab, sie bei Tieren zu verwenden, denn die Einteilung beruhte auf dem Bewusstseinszustand, und den kann man bei Hund oder Katze nicht sicher beurteilen.

Wie sieht ein fokaler Anfall aus?

Ein fokaler Anfall betrifft nur einen Teil des Körpers oder nur das Verhalten, und das Tier fällt nicht unbedingt um. Die Zeichen hängen davon ab, welcher Bereich des Gehirns beteiligt ist:

  • motorische Zeichen: Zuckungen im Gesicht, an der Lefze oder am Augenlid, wiederholte Kopfbewegungen, eine Pfote, die rhythmisch zuckt, Kaubewegungen ins Leere;
  • autonome Zeichen (der Körperfunktionen, die das Tier nicht willentlich steuert): erweiterte Pupillen, starkes Speicheln, Erbrechen;
  • Verhaltenszeichen: eine kurze Episode von Unruhe, Angst oder Furcht ohne Anlass, Verstecken, aufdringliches Suchen nach dem Besitzer.

Fokale Anfälle können nur wenige Sekunden dauern und unbemerkt bleiben oder mit etwas anderem verwechselt werden. Bei Katzen sind fokale Anfälle mit Zeichen im Gesicht häufig: Speicheln, Lecken, wiederholtes Schlucken, Zucken der Schnurrhaare oder der Ohren. Mehr dazu im Artikel über Epilepsie bei der Katze.

Was ist ein fokaler Anfall mit Generalisierung?

Ein Anfall, der als fokaler Anfall beginnt und sich dann auf das ganze Gehirn ausbreitet. Zuerst zeigen sich die fokalen Zeichen (Unruhe, Speicheln, Zuckungen im Gesicht, Suchen nach dem Besitzer), dann fällt das Tier um, verliert das Bewusstsein und geht in die Krampfphase über. Das ist die beim Hund am häufigsten beobachtete Anfallsart.

Der fokale Beginn kann sehr kurz sein. Viele Tierhalter erzählen, sie hätten „gespürt“, dass ein Anfall kommt, weil sich das Tier Sekunden oder Minuten vorher verändert hat. Diese Veränderung ist in Wahrheit der fokale Beginn des Anfalls. Wenn Sie auch die ersten Sekunden filmen können, lässt sich die Anfallsart leichter bestimmen.

Gehören die Zeichen vor dem Anfall auch zum Anfall?

Das hängt davon ab, wie früh sie auftreten. Manche Tiere verändern sich Stunden oder sogar Tage vor einem Anfall: Sie sind unruhig, anhänglicher oder ziehen sich zurück. Diese Phase heißt Prodromalphase und gehört nicht zum eigentlichen Anfall. Zeichen, die nur wenige Sekunden oder Minuten vor dem Umfallen auftreten, gelten dagegen als fokaler Beginn des Anfalls. Der Begriff „Aura“ aus der Humanmedizin wird bei Tieren nicht mehr empfohlen.

Wie sieht ein generalisierter Anfall aus?

Beim generalisierten Anfall sind beide Körperseiten beteiligt, und in der Regel verliert das Tier das Bewusstsein (außer bei myoklonischen Anfällen). Es kann speicheln und Urin oder Kot verlieren. Beschrieben werden folgende Formen:

FormWas Sie sehen
Tonisch-klonischDas Tier fällt um, wird steif (tonische Phase) und macht dann rhythmische Paddel- oder Zuckbewegungen (klonische Phase). Dies ist die bekannteste Form.
TonischVersteifung von Körper und Gliedmaßen, ohne rhythmische Bewegungen.
KlonischWiederholte rhythmische Zuckungen, ohne vorherige Versteifung.
MyoklonischKurze, plötzliche Zuckungen, meist auf beiden Körperseiten. Sie können auch im Schlaf auftreten.
AtonischPlötzlicher Verlust der Muskelspannung, das Tier bricht zusammen.

Ein generalisierter Anfall dauert meist unter 5 Minuten, am häufigsten 1-2 Minuten. Danach folgt die postiktale Phase, in der das Tier verwirrt, wackelig auf den Beinen, unruhig oder sehr erschöpft sein kann, für einige Minuten bis einige Stunden.

Wie unterscheiden sich fokale und generalisierte Anfälle?

Fokaler AnfallGeneralisierter Anfall
Wo er beginntIn einem Bereich einer HirnhälfteVon Anfang an in beiden Hirnhälften
Betroffener KörperteilEin Teil des Körpers oder nur das VerhaltenBeide Körperseiten
BewusstseinKann erhalten oder verändert sein, schwer zu beurteilenIn der Regel verloren (Ausnahme: myoklonische Anfälle)
UmfallenNicht unbedingtMeistens ja
BeispieleZuckungen im Gesicht, Speicheln, plötzliche AngstVersteifung und Paddeln, Zusammenbrechen
Kommen Ihnen diese Anzeichen bekannt vor?

Eine neurologische Untersuchung zeigt, woher das Problem kommt und was zu tun ist.

Termin vereinbaren

Was sind Anfallsserien (Clusteranfälle)?

Von Anfallsserien spricht man bei zwei oder mehr Anfällen innerhalb von 24 Stunden. Zwischen den Anfällen kann sich das Tier erholen. Anfallsserien sind ein Zeichen, dass die Erkrankung neu beurteilt werden muss, und eines der Kriterien, um eine Therapie zu beginnen oder anzupassen. Hat Ihr Tier für solche Situationen bereits einen vom Tierarzt festgelegten Behandlungsplan, halten Sie sich daran und informieren Sie den Tierarzt.

Was ist ein Status epilepticus, und wann ist er ein Notfall?

Ein Status epilepticus ist ein Anfall, der länger als 5 Minuten dauert, oder zwei oder mehr Anfälle hintereinander, ohne dass das Tier dazwischen wieder ganz zu Bewusstsein kommt. Er ist ein lebensbedrohlicher medizinischer Notfall. Fahren Sie sofort in die nächstgelegene Tierklinik mit Notdienst.

Warum ist die Anfallsart wichtig?

Die Anfallsart verrät dem Tierarzt, wo im Gehirn das Problem liegen könnte und welche Untersuchungen nötig sind. Anfälle, die immer dieselbe Körperseite betreffen, oder neurologische Ausfälle, die zwischen den Anfällen bestehen bleiben, können zum Beispiel auf eine Veränderung im Gehirn hindeuten und rechtfertigen ein MRT. Die Anfallsart spielt auch bei der Wahl der Therapie und bei der Beurteilung des Ansprechens eine Rolle.

Manche Episoden sehen aus wie Anfälle, haben aber andere Ursachen: eine Ohnmacht durch Herzprobleme, Schmerzen, Gleichgewichtsstörungen. Den Unterschied erklärt der Artikel über epileptischen Anfall und Ohnmacht. Für eine vollständige Abklärung der Anfälle können Sie eine Epilepsie-Sprechstunde vereinbaren, und wenn unklar ist, welche Art von Episoden Ihr Tier hat, kann eine EEG-Ableitung weiterhelfen.

Häufige Fragen

Mein Hund zuckt im Schlaf. Ist das ein Anfall?

Meistens nicht. Bewegungen im Schlaf, etwa Laufen im Traum oder Fiepen, hören auf, wenn der Hund gerufen oder geweckt wird. Ein Anfall lässt sich durch Rufen nicht unterbrechen, und danach ist der Hund meist verwirrt. Wenn Sie unsicher sind, filmen Sie die Episode und zeigen Sie sie Ihrem Tierarzt.

Kann sich die Art der Anfälle mit der Zeit ändern?

Ja. Ein Tier kann eine Zeit lang fokale Anfälle haben und später Anfälle, die generalisieren, oder beide Arten. Tragen Sie jede Episode ins Anfallstagebuch ein, denn Veränderungen helfen dem Tierarzt, die Therapie anzupassen.

Ist ein kurzer, leichter Anfall weniger wichtig?

Auch kurze fokale Anfälle zählen. Sie zeigen, dass epileptische Aktivität vorhanden ist, und können die Vorstufe generalisierter Anfälle sein. Erzählen Sie dem Tierarzt von allen Episoden, auch von denen, die nur wenige Sekunden dauern.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung.

Lesen Sie auch

Epilepsie · 10 Min.Epilepsie beim HundEpilepsie beim Hund ist eine Erkrankung des Gehirns, die wiederholt epileptische Anfälle auslöst, ohne dass außerhalb des Gehirns ein Auslöser zu finden ist. Von Epilepsie spricht man nach mindestens zwei nicht provozierten Anfällen, die mehr als 24 Stunden auseinanderliegen. Heilbar ist sie meist nicht, doch mit einer sicheren Diagnose und einer gut überwachten Behandlung lassen sich die Anfälle kontrollieren, und der Hund kann ein gutes Leben führen.Leben mit Epilepsie · 5 Min.Was Sie tun, wenn Ihr Hund oder Ihre Katze einen epileptischen Anfall hatBleiben Sie während eines Anfalls ruhig, räumen Sie Gegenstände weg, an denen sich das Tier stoßen kann, greifen Sie ihm nicht ins Maul und stecken Sie ihm nichts hinein, stoppen Sie die Dauer des Anfalls und filmen Sie ihn, wenn möglich. Einen bereits begonnenen Anfall kann der Halter nicht stoppen, und die meisten hören nach 1-2 Minuten von selbst auf. Dauert er länger als 5 Minuten oder folgen die Anfälle aufeinander, ohne dass sich das Tier dazwischen erholt, fahren Sie sofort zur nächsten Tierklinik mit Notdienst.Epilepsie · 6 Min.Epileptischer Anfall oder Ohnmacht?Eine Ohnmacht (Synkope) ist meist kurz, dauert wenige Sekunden, der Körper ist schlaff, und der Hund erholt sich schnell, ohne danach verwirrt zu sein. Bei einem generalisierten epileptischen Anfall ist der Körper meist steif oder zuckt, der Anfall kann 1-3 Minuten dauern, und danach folgt eine Phase der Verwirrtheit. Klären lässt sich der Unterschied in der Sprechstunde, und am meisten hilft dabei ein Video der Episode.

Termin vereinbaren

Für nicht dringende Fälle füllen Sie die Terminanfrage aus oder schreiben mir per WhatsApp oder E-Mail.

Nicht dringende Fälle

Füllen Sie das Formular aus oder schreiben Sie mir per WhatsApp oder E-Mail. In nicht dringenden Fällen bitte ich Sie, zu schreiben statt anzurufen: Sie werden während der Sprechzeiten kontaktiert, um Tag und Uhrzeit abzustimmen.

helga@demed.ro

Notfälle, auch außerhalb der Sprechzeiten

Schreiben Sie mir zuerst per WhatsApp, mit ein paar Zeilen dazu, was passiert, und wenn möglich mit einem kurzen Video. Kann es nicht warten, rufen Sie an. Die Notfallsprechstunde außerhalb der Sprechzeiten kostet 500 Lei.

  • PraxisDEMED, Piața 1848 nr. 2, Cluj-Napoca
  • SprechzeitenMontag bis Freitag, 10:00-18:00. Notfälle auch außerhalb der Sprechzeiten.
  • SprachenRumänisch, Ungarisch, Deutsch, Englisch

Terminanfrage

Das dauert eine Minute. Sie erhalten während der Sprechzeiten einen Anruf, um Tag und Uhrzeit abzustimmen.

Bitte geben Sie Ihren Namen ein.
Bitte geben Sie eine gültige Telefonnummer ein.
Der Patient
Bitte wählen Sie aus.
Bitte wählen Sie den Anlass aus.

Das Formular ist für nicht dringende Fälle gedacht. Im Notfall schreiben Sie mir per WhatsApp oder rufen Sie 0745 145 033 an; die Notfallsprechstunde außerhalb der Sprechzeiten kostet 500 Lei. Die Daten werden nur für die Terminvereinbarung verwendet; Datenschutzerklärung (auf Rumänisch).